Das Unbehagen an der Marktmacht von Internet-Riesen hat einen Namen: Techlash

Ein neuer Begriff will das Unbehagen am Einfluss der Digitalisierung auf unseren Lebensalltag auf den Punkt bringen: TECHLASH – laut Süddeutscher Zeitung eine Wortschöpfung aus Technologie und Backlash. Sz-Autor Johannes Kuhn analysiert den Stand der Kritik an Facebook, Google und anderen mit der Überschrift: „Der Aufstand gegen die Tech-Giganten hat begonnen.“ Der Text endet mit den Sätzen: Dass die Rolle des Einzelnen dabei auf die des Konsumenten schrumpft, seine Aufmerksamkeit zu Geld gemacht wird, während seine Arbeitskraft immer austauschbarer erscheint: für all dies ist nicht alleine die Digitalisierung verantwortlich. Der Techlash ist vielmehr Symptom des Unbehagens über einen Fortschrittsgedanken, der praktisch nur noch ein ökonomisch-technischer ist. Die Forderung nach menschlicheren Technologien ist untrennbar verbunden mit der Sehnsucht nach einem menschlicheren Kapitalismus.

Weiter denken, wie die Menschen leben und arbeiten wollen.

Am Anfang steht die Frage des Moderators Marcus Munzlinger: Leben wir in einer solidarischen Gesellschaft? Ja, sagt die Politikwissenschaftlerin Silke Bothfeld aus Bremen. Überhaupt nicht, sagt der Befürworter des Bedingungslosen Grundeinkommens Ronald Blaschke: Wir leben auf Kosten des globalen Südens, innerhalb unserer Gesellschaft auf Kosten der jüngeren Generationen deren Lebensraum wir verbrauchen und verschmutzen, die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums gelingt nicht, und die immer noch dominante männliche Hälfte der Gesellschaft ist nicht solidarisch mit ihrer weiblichen Hälfte. Das versprach schon mal eine lebhafte Debatte, an der sich zur Überraschung der Veranstalter mehr als 120 Besucher beteiligen wollten. „Weiter denken, wie die Menschen leben und arbeiten wollen.“ weiterlesen

Die Wurzel der kulturellen Identität wächst in der Region, nicht in der Nation

Das digitale Magazin Krautreporter empfiehlt in seiner Wochenpost am 10. Februar 2018 die Lektüre eines Essays des österreichischen Schriftstellers  Robert Menasse über die Idee der europäischen Einigung. Menasse entwickelt unter anderem aus den Zitaten einer Rede von Walter Hallstein aus dem Jahr 1954 die überzeugende Vision von der Zukunft Europas. Auszug: Zwar kann jeder auf die Frage „Was ist die EU?“ im Schlaf mit „Friedensprojekt!“ antworten, gähnen und weiterschlafen, aber diese Antwort ist weniger als die halbe Wahrheit. Die ganze Wahrheit war, ist und bleibt: „Sicherung von nachhaltigem Frieden durch die Überwindung der Nationen und Schaffung eines nachnationalen Europa.“ „Die Wurzel der kulturellen Identität wächst in der Region, nicht in der Nation“ weiterlesen

Keynes empfahl schon 1930 den Blick auf das Leben der Enkel - und die 15-Stunden-Woche

Finanzalchimie funktioniert nur für Einzelne, nicht im System

Telepolis („ein Angebot von heise-online“) bietet täglich ein breites Spektrum an Meinungsbeiträgen über „Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Energie & Klima, Kultur & Medien“. Der freie Autor Frank Jödicke hat dort - am 12. Februar - ein Gespräch veröffentlicht mit dem österreichischen Ökonomen Stephan Schulmeister über "die Entfesselung der Finanzmärkte" und ihre Ursache für heutige Krisen. Zunächst antwortet Schulmeister auf die Frage, ob er das aktuelle Börsengeschehen erklären könne, bei dem innerhalb weniger Stunden 1,3 Billionen Dollar „weg waren, und dann waren sie plötzlich wieder da?“ Antwort: "Natürlich nicht."  Auszüge aus dem Gespräch:

„Finanzalchimie funktioniert nur für Einzelne, nicht im System“ weiterlesen

Robo, bitte nimm dem Prekariat die Jobs weg, damit unsere Arbeit befreit wird!

Die Konferenz „Robo-Philosophy“ grübelt alle zwei Jahre darüber, wie diese Gesellschaft und die Arbeitswelt durch Digitalisierung und Automatisierung verändert wird. Hans-Arthur Marsiske berichtet auf heise-online.de heute (15.2.2018) unter der Überschrift „Die Automatisierung und das Prekariat“ vor allem über das aktuelle Grundsatzreferat von Guy Standing, der Wirtschaftswissenschaftler an der University of London ist und im Jahr 1986 das Basic Income Earth Network (BIEN) mitbegründet hat. Auszüge: „Robo, bitte nimm dem Prekariat die Jobs weg, damit unsere Arbeit befreit wird!“ weiterlesen