Insektenschwund wird dramatische Folgen haben

Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 18. Oktober 2017 unter dem Titel “Dramatischer Insektenschwund in Deutschland” über besorgniserregende Forschungsergebnisse. Die Autorin Tina Baier hat am 20. Oktober 2017 ihre Meinung dazu veröffentlicht: Rettet die Insekten , und stellt am 4.11. 2017 die “Bedrohung unserer Lebensgrundlagen” fest:

 

  • Seit 1989 ist die Masse der Insekten in Deutschland dramatisch geschrumpft, belegt eine langjährige Untersuchung.
  • An 63 Orten im Bundesgebiet – allesamt Naturschutzgebiete – verzeichneten Forscher einen Rückgang um durchschnittlich 76 Prozent.
  • Experten sprechen von einem “Beleg dafür, dass wirklich ein größerflächiges Phänomen vorliegt”.
  • Eine Ursache für das Massensterben könnten Stickstoffverbindungen sein, die als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Die Ursachen sind nicht eindeutig ermittelt. Die Folgen lassen sich nur aus diesen Daten erahnen (Zitat aus dem Bericht):

Was passieren könnte, wenn die Zahl der Insekten noch weiter zurückgeht, ist kaum absehbar. Klar ist, dass etwa 80 Prozent der wild wachsenden Pflanzen von Insekten bestäubt werden. Bleiben die Insekten weg, können sich auch die Pflanzen nicht mehr vermehren. Außerdem sind Insekten eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tiere, zum Beispiel ernähren sich etwa 60 Prozent aller Vogelarten von ihnen. Vor diesem Hintergrund ließen die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung auch die andernorts beobachteten Rückgänge insektenfressender Vogel- und Säugetierarten in einem neuen Licht erscheinen, sagt Hans de Kroon, einer der Studienautoren von der Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen.

Im Kommentar heißt es abschließend:

Es vergeht zu viel Zeit, bis noch alles ins letzte Detail geklärt ist; dann wird es zu spät sein. Die finale Klärung der Todesursache macht nämlich die ausgestorbenen Arten nicht wieder lebendig. Man muss so schnell wie möglich da eingreifen, wo es voraussichtlich am meisten bringt. Erstens: Insektizide wenigstens auf den Feldern verbieten, die inmitten von Naturschutzgebieten liegen. Zweitens: Den Einsatz von Chemikalien auf den Feldern wenigstens verringern. Die Bauern werden nicht darunter leiden.