Uni Würzburg veröffentlicht Ergebnisse jahrelanger Forschungsarbeit

Der komplette Faust steht im Netz

An seinem „Faust“ arbeitete Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) rund 60 Jahre lang. Dabei wechselten sich Phasen intensiver Arbeit am Werk mit langen Unterbrechungen ab. Von diesem Prozess ist ein umfangreicher Bestand an Handschriften mit über 2.000 beschriebenen Seiten erhalten. Hinzu kommen Drucke, die noch zu Lebzeiten Goethes erschienen, und mehr als 1.500 Zeugnisse zur Entstehung des Werks. Fast zehn Jahre Arbeit stecken in einer neuen, zeitgemäßen Edition von Goethes „Faust“. Das Team des Computerphilologen und Literaturprofessors Fotis Jannidis von der Julius-Maximilian-Universität Würzburg war an dem Werk maßgeblich beteiligt.

Digitale Kopien all dieser Dokumente und ein neu konstituierter Text sind Teil der neuen historisch-kritischen Faustedition. Sie wurde 2018 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Das Besondere an der Edition: Sie verbindet eine moderne Ausgabe in Buchform mit einer innovativen digitalen Edition. Damit erhält die Faust-Forschung erstmals eine umfassende, wissenschaftlich fundierte Grundlage. Und für die netzaffine Öffentlichkeit gibt es Online-Einblicke in Goethes „Werkstatt“, in der eines der wichtigsten Werke der deutschen Literatur entstand. Die digitale Edition ist unter http://faustedition.net im Netz frei zugänglich.

Die digitale Faustedition besteht aus einem Archiv der Handschriften und der zu Lebzeiten erschienenen textkritisch relevanten Drucke zum ‚Faust‘, einem konstituierten Text des ‚Faust I‘ und des ‚Faust II‘ sowie Visualisierungen zur Genese des Werks. Sie ist Teil einer Hybridausgabe. Die Buchpublikation, die den konstituierten Text des ‚Faust‘ und ein Faksimile von 2 H mit Transkription enthält, ist im Oktober 2018 erschienen. Im Dezember 2018 ist eine zweite, durchgesehene Auflage des konstituierten Textes erschienen.

Goethes „Faust“ als digitale Edition veröffentlicht am 24.10.2018 vom idw