Bundesamt veröffentlicht Datenbank über 3383 Geräte von 78 Herstellern

Strahlungsgrenzwert der Smartphones vor Kaufentscheidung prüfen

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiert auf seiner Internetseite über die SAR-Werte aktueller Geräte und ihrer Vorgänger. Laut aktuellen Statistiken kaufen 61 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal im Jahr ein neues Handy, 86 Prozent besitzen ein Smartphone. „Bei der Anschaffung eines neuen Smartphones oder Tablets sollten Käufer nicht nur auf die technischen Eigenschaften achten, sondern auch darauf, wie viel Strahlung von dem Gerät ausgeht. Wir raten darum, sich vor dem Kauf über den sogenannten SAR-Wert eines Geräts zu informieren. Eine umfangreiche Liste dazu bietet das BfS auf seiner Internetseite an“, sagt die Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, Inge Paulini.

Smartphones und Tablets nutzen hochfrequente elektromagnetische Felder, um Sprache oder Daten zu übertragen. Weil die Geräte nahe am Körper betrieben werden, wird immer ein Teil der Energie dieser Felder in Form von Wärme vom Kopf oder Oberkörper aufgenommen. Als Maß für die Energieaufnahme dient die so genannte spezifische Absorptionsrate (SAR). Sie wird in Watt pro Kilogramm angegeben.
Um gesundheitliche Wirkungen zu verhindern, gibt es Grenzwerte. Gemäß internationaler Richtlinien soll die SAR auf 2 Watt pro Kilogramm begrenzt werden. Als strahlungsarm gelten Mobilgeräte mit einem SAR-Wert bis maximal 0,5 Watt pro Kilogramm (bezogen auf die Exposition des Kopfes). Der SAR-Wert eines Geräts findet sich üblicherweise in der Betriebsanleitung. Das BfS informiert auf seiner Internetseite über die SAR-Werte auf dem Markt erhältlicher Geräte.
Die SAR-Werte-Liste des BfS ist seit 2002 online verfügbar und wird regelmäßig aktualisiert. Die Datenbank umfasst mittlerweile 3.383 Geräte von 78 Herstellern – von den neuesten Modellen bis hin zu Handys, die inzwischen nicht mehr hergestellt werden, teils aber noch neu oder gebraucht im Handel erhältlich sind.
Die Liste enthält – soweit verfügbar – für ein Gerät jeweils zwei SAR-Werte: einen Wert für das Telefonieren mit dem Handy am Ohr und einen Wert für den Betrieb beim Tragen des Handys am Körper. Darüber hinaus gibt es eine Suchfunktion und eine Reihe von Suchfiltern. So können die Ergebnisse nach Herstellern und gezielt nach SAR-Werten gefiltert werden.
Strahlungsarme Geräte, die die Teilanforderung des Strahlenschutzkriteriums des Blauen Engels „SAR am Kopf kleiner/gleich 0,5 Watt pro Kilogramm“ erfüllen, sind mit einem grünen Symbol gekennzeichnet.

Informationen des BfS zum Thema SAR-Werte, Empfehlungen zum Telefonieren mit dem Handy, Hinweise für die Nutzer von Smartphones und Tablets sowie Tipps zur Reduzierung der Strahlenbelastung unter: http://www.bfs.de/mobilfunk.

Veröffentlicht am 13.12.2018

Bundesamt für Strahlenschutz
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeitet für den Schutz des Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Das BfS informiert die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des Strahlenschutzes. Die über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewerten Strahlenrisiken, überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv im radiologischen Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, darunter im medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette Strahlung und strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und Energiewende sind weitere Arbeitsfelder. Als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und internationalen Fachleuten vernetzt.